Baseler Stadtkurier
Titelverteidigung das Ziel!
Als der FC Basel am Abschluss der Hinrunde der letzten Saison, magere 4 Siege einfahren konnte und mit 15 Punkten, lediglich einen Punkt vor dem FC Thun, auf dem vorletzten Platz stand, wollte niemand mehr so recht an eine erfolgreiche Rückrunde glauben, die möglicherweise noch auf einem internationalen Platz beendet werden sollte. Zu groß war der Rückstand auf die beiden Tabellenführer Sion und St.Gallen - immerhin satte 20 Punkte - und zu groß das Misstrauen an Trainer und Spielern.
Präsidentin Gisela Oeri, ließ sich nicht lange lumpen, Trainer Drache mit sofortiger Wirkung zu entlassen, um in einer Nach-und-Nebel-Aktion einen routinierten und recht erfolgreichen Trainer zu verpflichten. "Die Gespräche waren sehr strapazierend, aber letztendlich erfolgreich", verkündigte eine erleichterte und stolz wie Oskar grinsende Oerli. Kein geringerer als AufkargemFels übernahm das Amt des Vereins am Dreiländereck.
Oerli wusste natürlich ganz genau, warum sie sich gerade AufkargemFels als neuen Trainer geangelt hat. Wurde er doch die vorherige Saison mit den Young Boys aus Bern sehr souveräner Meister und verließ den Verein anschließend aus etwas misteriösen Gründen. Ein kurzes Intermezzo beim AC Bellinzona, folgte eine Pause, die er sich mit Reisen in die ganze Welt versüßte. Umso spektakulärer die Verpflichtung in die Schweiz, war er sich doch schon mit Espanyol Barcelona einig, die wiederrum kurzerhand, Trainer Drache verpflichteten.
Fels übernahm die recht schwieirige Aufgabe in Basel, krempelte einige Dinge um, und startete mit Basel eine fulminant starke Rückserie, mit dem - womöglich für alle Beteiligten - nicht für möglich gehaltenen Meistertitel, denn das Ziel war, die Saison so gut wie möglich abzuschließen und zumindest den Pokal zu gewinnen. Dieser wurde zwar im Finale verspielt, aber mit dem Meistertitel, wurde dieser Wermutstropfen doch sehr versüßt. 16 Siege wurden eingefahren, lediglich ein Remis sowie eine Niederlage standen zur Buche. Ein Torverhältnis von 81 : 11 waren ebenfalls sehr überzeugend. Am Ende wurde man mit 20 Siegen, 4 Remis´, sowie 12 Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 98 : 43 und 64 Punkten, knapper aber verdienter Meister. Außerdem sicherte sich das starke Sturmduo um Alex Frei und Marco Streller, mit jeweils 40 Treffern, den Goldenen Schuh.
Jetzt beginnt die Saison von neu los, Trainer und Mannschaft kennen sich mittlerweile sehr gut und konnten sich eine ganze Saisonvorbereitung lang, sehr intensiv und detalireich auf die anstehende Meisterschaft vorbereiten und spezifische Dinge trainieren. Jetzt geht man, wie eigentlich jede Saison, als klarer Favorit ins Titelrennen und hat somit ´nen gewissen Druck zu verspüren, “mit dem man im Team aber sehr gut umgehen kann”, schmunzelte ein gut gelaunter AufkargemFels
Unser Deutschland-Korrespondent Stéphane Grüzli sprach während der Sommerpause mit Trainer Fels, der sich in seiner Heimat im Ruhrgebiet etwas Ruhe gönnen wollte, und bei seiner Familie Kraft tanken möchte.
Fels über....
…..seine Ambitionen zur neuen Saison: Nach der überzeugenden Rückserie und dem damit verbundenen Titel, wollen wir diesen natürlich nicht hergeben und uns dort oben, von Anfang an etablieren. Zudem möchten wir dieses Mal auch den Pokal gewinnen, denn für den FC Basel kann es nur Titel geben. Zudem möchten wir in der CL für Furore sorgen, auch wenn wir dafür viel Lehrgeld bezahlen werden, denn mein Team ist gespickt, mit vielen jungen und hungrigen Talenten, die ab und an, etwas über die Stränge schlagen.
…..seine eigenen Ambitionen: Ich habe in meiner Vita schon viele Vereine trainiert und auch einige wichtige Titel gewinnen können, sowie viele Niederschläge hinnehmen müssen. Mein Privileg ist es stets Titel zu gewinnen, und da komm ich beim FC Basel nunmal nicht dran vorbei. Wir sind mittlerweile der ambitionierteste Verein in der Schweiz und haben eine gewisse Pflicht, auch und insbesondere den Fans gegenüber, die sehr fanatisch und frenetisch hinterm Club stehen, Jahr für Jahr deren unglaublichen Support mit Titeln zurück zu danken. Alles andere käme auch für mich nicht in Frage, sonst wäre ich hier fehl am Platz.
…..sein etwas umrühmlicher Abgang aus Barcelona: Es war wirklich etwas ominös und ich bin auch nicht sehr stolz auf diese Situation. Ich habe in Barcelona bei Espanyol unterschrieben, und war mir auch sicher, dass ich hier etwas aufbauen könnte, doch dann rief mich Gisi (Präsidentin Gisela Oeri; Anm d. Red) spät nachts an und bot mir ein sehr lukratives Angebot an, was ich unmöglich ausschlagen konnte. So hab ich beim Vorstand Espanyol um eine Auflösung des zuvor unterschriebenen Kontrakts gebeten, und den zuvor vom FC Basel entlassen Trainer Drache empfohlen, der just in dem Moment kontaktiert und verpflichtet worden ist. Jetzt bin ich in Basel und sehr zufrieden über diese Entscheidung.
…..seine etwas andere Art: Meine Devise lautet; liebt mich oder hast mich (lacht). Nein, Spaß beiseite, ich bin ein sehr emotionaler und exzentrischer Trainer, der vor, während und auch nach den Spielen die Contenance verlieren kann und auch mal mit anderen Trainerkollegen sowie Clubverantwortliche in die Haare komme kann. Das ist meine Art, die aber insbesondere in der vergangen Rückserie beim FC Basel, kaum zum Vorschein trug, da wir quasi alles gewonnen haben, und ich mich so, mehr für meine Mannschaft freuen konnte, als mich mit anderen Trainern über irrelevante Dinge zu streiten und zu diskutieren. Es wird sich diese Saison zeigen, wie ruhig ich an die Spiele rangehen kann, denn starke Trainer sind in die Schweiz gekommen, die ebenfalls ambitioniert sind und sich mit Niederlagen nur ungern auseinandersetzen möchten, dies wird eine Herausforderung für mich sein.
….Ziele für die nächsten Jahre: Ich bin jetzt erst einmal beim FC Basel, und hier möchte auch möglichst lang und erfolgreich arbeiten. Hier sind wirklich exzellente Bedingungen, ein gut funktionierendes Team und tolle Fans. Wir wollen Titel gewinnen, die Meisterschaft respektive den Pokal, stets im internationalen Wettbewerb landen und dort für Aufsehen sorgen. Ansonsten mach ich mir überhaupt keine Gedanken, was ich nach meiner Zeit in Basel für Dinge vorhabe. Ich bin hier glücklich und das allein zählt.
…..seine favorisierten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft: Ich denke, dass wir in dieser Saison, eine sehr schwere Aufgabe haben werden, den Titel zu verteidigen. Der FC Zürich, mein alter Verein YB Bern, der FC Luzern, die Grasshopper und insbesondere der Pokalsieger St. Gallen, haben gute Trainer und ne starke Truppe vorzuweisen, weshalb es kein Selbstläufer werden wird, nichtsdestotrotz sehe ich uns als den Favoriten auf den Meisterpott.
Interessante Aussagen des Ruhrpottlers und eine hoffentlich ebenso interessante und spannende Saison in der Schweiz. Wir freuen uns sehr und werden sie wöchentlich mit neuem Material füttern.
Bis dahin
Uf Wiederluege
Redakteur: Lukas Peter

