Loyalität unter Söldnern?

Wir leben in einer Welt, in der Egoismus anscheinend auf der Tagesordnung steht, und persönlicher Nutzen die meisten Beziehungen und Taten bestimmt. Da ist Loyalität eine der ehrenhaftesten Charakterzüge, die ein Mensch sich aneignen kann. Loyalität ist die Fähigkeit die Bedürfnisse anderer vor deine eigenen zu stellen, mit ihnen durch dick und dünn zu gehen und auf sie achtzugeben.
Sucht man im heutigen Zeitalter des Fussballs nach derartig ehrenhaften Charakterzügen, sucht man vergeblich. Nur in einer kleinen baskischen Stadt Spaniens konnte man den Menschen treffen, der die Interessen des Vereins wirklich über seine eigenen stellt und sein Herz an diese Stadt verschenkt hat. Seit dem 26.05.2014 steht Coach Homeboy in den Diensten der Donostia San Sebastian. Dies sind (Stand: 07.07.2015) 407 Tage und eine richtige Ewigkeit im virtuellen Fussball. Zu einem kurzen Gespräch in der Tapas Bar Bergara konnten wir Homeboy treffen und hören, was er von dieser Entwicklung hält, und wie es um seine Zukunft steht.
Im Gespräch wird schnell deutlich, die Lage ist bedenklich, teilweise fühlt sich der Langzeit Trainer von einer Söldner Armee umgeben: "Oft wurde an die Öffentlichkeit getragen, welche utopischen Angebote mit unterbreitet wurden. Valencia, Porto, Leverkusen, Neapel etc. waren nur einige Kandidaten. Entgegen der Boulevardpresse, habe ich mir keines der durchaus lukrativen Angebote angehört. Für mich ist klar, ich liebe diesen Verein, dessen wunderschöne Stadt und Tradition ich vorher kaum kannte. Doch ich habe die Menschen hier lieben gelernt und kann mir momentan keinen schöneren Ort auf der Welt vorstellen. San Sebastian hat so viel zu bieten, ohne Gefahr zu laufen, zum Touristenort zu verkommen." Und Homeboy weiter: "Ich habe viele Trainer in Spanien kommen und gehen sehen, doch kaum jemand ist mir wirklich ans Herz gewachsen, abgesehen von meinen engen Kollegen, McGizzle und vor allem Mr. Brightside. Trotz allem kann ich kaum fassen wie der Großteil der Trainer hier dem Geld hinterher jagen. Ich kenne viele nur flüchtig, kaum haben Sie ihre Arbeit aufgenommen, legen Sie sie schon wieder nieder. Auf solche Bekanntschaften kann ich verzichten."
Aus dem Gespräch geht deutlich hervor, Lovalität ist heutzutage für die meisten ein Fremdwort, und nette Kontakte entstehen nur in den seltensten Fällen. Jeder ist sich mittlerweile selbst der nächste und Homeboy´s These zur Folge, könnte dies den Fussball auf lange Sicht zerstören. Einst sagte man, Fussball verbindet! Ob arm oder reich, alt oder jung...vollkommen egal, doch heute ist nicht mehr viel übrig von dieser großen Ehre die den Fussball ausmacht.
Auffällig, Homeboy verabschiedete sich nicht auf deutsch oder spanisch, sondern baskisch!
Hurrengo arte!


<br />
@ Igistrum, du hast Recht...es gibt auch treue User wie dich und andere, die stolz auf ihr geleistetes sein können, aber der Großteil sucht hier nur seinen Vorteil und lauert auf den nächsthöheren Stern...<br />
<br />
Viele geben dazu nach ein paar Niederlagen am Stück einfach ihr Team ab um dann ein paar Wochen später das nächste in den Ruin zu treiben, anstatt den Karren selbst mal aus dem Dreck zu ziehen. <br />
<br />
Sorry, aber auch in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit patze ;-)