Spielinformation

14. Spieltag
📋Spielverlauf
5'
Toni Leistner
Hertha BSC Berlin
🟨
5'
Toni Leistner
Hertha BSC Berlin
🟨
16'
0:1
Finn Porath
Holstein Kiel
16'
0:1
Finn Porath
Holstein Kiel
28'
0:2
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
28'
0:2
Benedikt Pichler
Holstein Kiel
42'
1:2
Fabian Reese
Hertha BSC Berlin
42'
1:2
Fabian Reese
Hertha BSC Berlin
51'
2:2
Florian Niederlechner
Hertha BSC Berlin
51'
2:2
Florian Niederlechner
Hertha BSC Berlin
56'
3:2
Florian Niederlechner
Hertha BSC Berlin
56'
3:2
Florian Niederlechner
Hertha BSC Berlin
66'
3:3
Steven Skrzybski
Holstein Kiel
66'
3:3
Steven Skrzybski
Holstein Kiel
71'
🟨
Lewis Holtby
Holstein Kiel
71'
Lewis Holtby
Holstein Kiel
🟨
78'
Diego Demme
Hertha BSC Berlin
🟨
78'
Diego Demme
Hertha BSC Berlin
🟨
84'
3:4
Jann-Fiete Arp
Holstein Kiel
84'
3:4
Jann-Fiete Arp
Holstein Kiel
90'
3:5
Steven Skrzybski
Holstein Kiel
90'
3:5
Steven Skrzybski
Holstein Kiel
📰Spielberichte & Kommentare
22.01.2025 02:08 Uhr
Die Kieler Störche sind zu Gast bei der Alten Dame im Berliner Olympiastadion.

Das Endergebnis nimmt es vorweg: Es war eine ereignisreiche Begegnung, die auch heute mit einem Tore-Spektakel zu Ende geht. Immerhin fallen aber mal "nur" acht Treffer, es bleibt also einstellig. 

Dieser Tage ist das gar nicht mehr so selbstverständlich. 



Die Partie beginnt mit einem frühen Aufreger. Der Kieler Puchacz ist in der fünften Minuten erstmals auf dem Weg zum Hertha-Tor, Kapitän Leistner versucht, den Angreifer noch am Abschluss zu hindern und sucht den Zweikampf. Die Szene endet mit einem Pfiff des Schiedsrichters, der auf den Punkt zeigt, und einer gelben Karte für den Berliner Innenverteidiger. Fakt ist, die Zweikampfführung gestaltete sich sehr körperlich - ob Leistner dabei aber tatsächlich regelwidrig zu Werke ging, ist aus Sicht des Trainers makadad dagegen zumindest mal fragwürdig geblieben. Die Technik versagte leider den Dienst, es konnte keine Wiederholung eingespielt werden. Steven Skrzybski schießt den Elfmeter auf Anweisung neben den Kasten. 

Dessen ungeachtet blieben die Gäste in der Anfangsphase das aktivere, das spielbestimmende Team. 

Nach einer Viertelstunde helfen die Gastgeber beim Führungstreffer durch Porath kräftig mit, denn während Porath den Ball auf die Abwehrkette zutreibt, bleiben die Verteidiger sehr passiv und lassen den Ballführenden schließlich ungehindert zum Tor spazieren (16. Minute).

Im unmittelbaren Gegenzug wird auch Hertha BSC zum ersten Mal offensiv tätig. Ein flacher, scharfer Pass von rechtsaußen findet im Strafraum Fabian Reese, der aus zwölf Metern etwas in Rücklage gerät und den Ball knapp über den Kasten schießt (18. Minute).

Im Anschluss übernehmen zunächst wieder die Gäste und Pichler belohnt sein Team nach einer knappen halben Stunde, indem er eine Flanke zum 2:0 einköpft. 

Die Gäste verbuchten nach einer halben Stunde 64% - 36% Ballbesitz und 2,0 zu 0,5 xGoals bei einer 2:0 Führung nach Toren zu ihren Gunsten, sodass Hertha-Coach emmediez sich bereits zum ersten Mal gezwungen sah, einzugreifen und Veränderungen vorzunehmen. 

Tatsächlich wirkte seine Mannschaft in der Folge stabiler und nahm nun aktiver am Spielgeschehen teil. Es dauerte nicht lange, ehe Reese mit einem Lupfer im Kieler Strafraum in Szene gesetzt werden konnte. Sein Abschluss aus elf Metern zischt aber denkbar knapp am rechten Pfosten vorbei - bis hierhin die beste Hertha-Torchance. 

Holstein Kiel befand sich in der besagten Szene zwar im Glück, schien daran anschließend jedoch plötzlich verunsichert. In mehreren aufeinanderfolgenden Sequenzen bekommt die KSV das Spielgerät nicht aus der Gefahrenzone, Hertha bleibt am Drücker und schließlich ist es wieder Reese, der kurz vor der Halbzeitpause doch noch einen erfolgreichen Abschluss nimmt und auf 1:2 verkürzt. Reese war zweifellos der Aktivposten der Hausherren im ersten Durchgang.  Wenn Torgefahr entstand, dann war er beteiligt. 



Zur Pause ein paar Zahlen: 42% - 58% Ballbesitz, 8 sek - 7 sek Ballrückeroberungszeit,  60 - 86 Pässe bei 77% - 88% Passempfänger und 4:5 Schüsse bei 1,5 - 2,1 xGoals



Auch nach dem Seitenwechsel sorgen die Gäste aus dem Norden Deutschlands für das erste Highlight: Nach einer tollen Kombination trifft Skrzybski bei seinem Abschluss nur den rechten Pfosten!

Es kommt allerdings noch bitterer, denn im direkten Gegenzug ist die Abwehr der Gäste nicht auf der Höhe und Niederlechner macht es besser Skrzybski, trifft zum Ausgleich. 

Der erste Hochkaräter nach dem Pausentee gehört Kiel, der erste Treffer dagegen dem Hauptstadt-Verein. 

Und damit nicht genug: Keine fünf Minuten darauf erzielt Niederlechner seinen Doppelpack und dreht die Partie für die Hertha in Gänze. Aus 0:2 mach 3:2!

Die Kieler sind geschockt worden und mussten sich kurz schütteln. 

Danach drängten sie auf den Ausgleich, den Skrzybski nur zehn Minuten nach dem Rückstand herstellt. Sein Dreierpack im letzten Spiel gegen Magdeburg scheint dem ersten Eindruck nach eine Art Brustlöser für den Stürmer gewesen zu sein. 



Die Kieler drücken in der Folge etwas mehr auf den Führungstreffer als ihr Gegner, doch grundsätzlich schien die Partie nun absolut ergebnisoffen zu sein. 

Die Schlussphase nimmt aus Sicht der Berliner schlussendlich einen bitteren Verlauf. Bei einem Rückpass von der Rechtsverteidiger-Position auf Schlussmann Gersbeck antizipiert der eingewechselte Bernhardsson richtig und erläuft den Pass in der Hertha-Box und legt den Ball flach nach innen auf Pichler, der aus kurzer Distanz zwar nur den Pfosten trifft, der eingewechselte Jann-Fiete Arp steht für den Nachschuss aber goldrichtig und gibt der Partie eine weitere Wendung. 

Auf der anschließenden Pressekonferenz erfährt makadad, dass emmediez zwei- oder dreimal lauthals von der Seitenlinie "Schlag das Ding lang" gebrüllt hatte, sein Schützling schien das aber nicht mitbekommen zu haben. Letzen Endes muss er für heute mit dem Unmut seiner Mitspieler leben können. 

Trotzdem war das Spiel noch nicht gelaufen. Die Hausherren machen sich umgehend daran, auf den Ausgleich zu gehen. Der Kieler Defensivverbund zeigt sich beim Berliner Angriff bemerkenswert passiv und tatsächlich gelangt ein Angreifer nochmal in eine vielversprechende Abschlussposition. Timon Weiner kann den Schuss parieren und die gute Chance somit entschärfen (87. Minute).

In der letzten Minute der regulären Spielzeit besorgt Steven Skrzybski mit seinem persönlichen Doppelpack die endgültige Entscheidung in diesem Match. 



Die anschließende Statistik:



HERTHA BSC  -  KSV HOLSTEIN



Ballbesitz: 41% - 59%

Ballrückeroberungszeit: 9 s - 7 s 

Schüsse: 9 - 11

Schüsse aufs Tor: 7 - 8

xGoals: 3,3 - 6,0

Pässe: 110 - 178

Passgenauigkeit: 81% - 90%

Zweikämpfe: 32 - 21

Davon gewonnene: 8 - 6

Fouls: 2 - 1

Abgefangene Bälle: 13 - 12

Abseitsstellungen: 1 - 0

Ecken: 1 - 0



Im Hinblick auf die Abschlüsse liegen beide Teams eng beieinander. Die xGoals-Werte gehen dagegen dann doch ein Stück auseinander und zeigen auf, dass die Qualität der Kieler Chancen letztlich höher als die von Hertha BSC gewesen sind. Das entspricht auch meiner subjektiven Wahrnehmung, jedenfalls in Bezug auf die zweite Halbzeit. 

Dennoch zeigt sich ganz deutlich, dass keine der beiden Mannschaften besonders große Stabilität in der Defensive herstellen konnte.

Zwar sind die Gäste souverän in die Partie gestartet, offenbarten dann aber im weiteren Verlauf ebenfalls immer wieder Schwachstellen.

Nichtsdestotrotz halte ich einen knappen Auswärtssieg unter dem Strich für gerechtfertigt. 



Ich wünsche emmediez und seiner Alten Dame weiterhin viel Erfolg!



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